Special Bienwald-Kurier

aus "Bienwald-Kurier" KW03-2012

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Sowas, denken Sie jetzt vielleicht, jetzt gibt es eine schöne Anleitung, wie man sich das ein oder andere bekannte kommerzielle Programm irgendwo herunterladen kann. Aber nein, wir möchten Sie hier keineswegs anstiften, Software illegal zu kopieren. Es geht vielmehr darum, Ihnen aufzuzeigen, daß es zu teuren Softwareprogrammen kostenfreie Alternativen gibt. Ob Textverarbeitung, Emailprogramm, Tabellenkalkulation oder Bildbearbeitung – ein paar Klicks und die Software landet kostenlos und legal auf dem Rechner.
Wir fragen dort nach, wo man eigentlich vom Verkauf lebt, bei ArcoSYS Computervertriebs GmbH in Kandel-Minderslachen.
„Für die meisten Anwendungen gibt es sehr gute kostenfreie Alternativen“, so der Geschäftsführer Jürgen Hörl, „so ist das OpenOffice-Paket eine komplette und vollwertige Office-Suite mit Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Datenbank und Präsentationsprogramm. Auf Wunsch wird diese Software auch bei Kauf eines Notebooks oder PCs vorinstalliert.“
Tatsächlich lassen sich alle zu Hause anfallenden Arbeiten problemlos durch kostenfreie Software ersetzen. Da wären zum Beispiel das oben erwähnte OpenOffice-Paket, Thunderbird als Emailprogramm oder GIMP als Bildbearbeitungssoftware. Sogar komplette Betriebssysteme wie Ubuntu sind verfügbar.
Doch warum, fragen Sie sich vielleicht, nutzt dann nicht jeder kostenlose Software?
„Bei Privatkunden empfehlen wir oft, zuerst die kostenfreie Variante zu testen. In Firmen muß man aber genau prüfen, ob ein Einsatz sinnvoll ist.“, so Hörl.
In der Tat ist bei Firmenkunden der Zeitaufwand, Mitarbeiter zu schulen, vorhandene Dokumente zu prüfen oder Unstimmigkeiten in Tabellen zu beseitigen, oft deutlich höher als die Anschaffungskosten der neuen Software. Denn auch wenn OpenOffice Word-Dateiformate lesen und schreiben kann, ist es nicht 100% kompatibel. Es kann vorkommen, daß bei komplexeren Dokumenten mit Bildern, Tabellen und Spalten einfach mal eine Kleinigkeit nicht ganz übereinstimmt oder ein Seitenumbruch an der falschen Stelle ist. Allerdings kann das sogar bei unterschiedlichen Softwareversionen des gleichen Herstellers passieren.
„Gerade bei Kunden, die Word-Dokumente oder Excel-Tabellen geschäftlich nutzen und zu Hause daran arbeiten wollen oder müssen, geht die Empfehlung klar zum Original. Wir versuchen immer, den Kunden konkret auf seine Bedürfnisse hin zu beraten,“ so Jürgen Hörl. „Wenn wir der Meinung sind, daß dem Kunden ein OpenOffice ausreicht, dann sagen wir das auch. Davon leben wir, denn ein zufriedener Kunde kommt wieder und empfiehlt uns weiter.“
Der Einsatz von Open Source Software wie OpenOffice oder GIMP ist problemlos; bei Programmen, die einen kommerziellen Hintergrund haben, sollte man aber genau darüber nachdenken, was man der Software erlaubt. Man will ja nicht plötzlich private Bilder in öffentlichen Internet-Alben wiederfinden. Eine Firewall-Software kann helfen zu erkennen, ob die Software ungefragt nach außen kommuniziert.
Und warum programmiert jemand kostenlos Software? Die Motivation ist unterschiedlich. Bei Open Source-Projekten arbeiten große Gruppen freiwilliger Entwickler mit, da kommt es aus tiefer Überzeugung. Andere Programme finanzieren sich durch Werbeeinblendungen oder es gibt eine kostenlose Variante mit weniger Funktionen. Oder man kann spenden. Manche Programm werden ausdrücklich nur für den privaten Gebrauch kostenlos zur Verfügung gestellt – so zum Beispiel beim Antiviren-Programm Avira. Hier hat die Kauf-Version auch häufigere Updates und mehr Funktionen.
Aber auch die Hersteller der bekannten Programme haben reagiert. So gibt es von Microsoft eine Office-Version für zu Hause, die sogar auf 3 PCs installierbar ist, für knapp über 100 Euro.
Und wie sieht es beim Betriebssystem selbst aus?
„Kostenfreie Betriebssysteme wie Ubuntu sind sehr ausgereift, man kann sie auch gut als Zweitsystem installieren. Gerade und auch zum Internetsurfen – einen 100%igen Schutz vor Viren und Schädlingen gibt es zwar nicht, die Gefahren, sich den Rechner zu infizieren, sind jedoch deutlich geringer.“, so Jürgen Hörl.
Solche Betriebssysteme erfordern allerdings auch etwas tiefere Kenntnisse, die Bedienung und die Systemabläufe unterscheiden sich von den wohlbekannten Windows-Systemen.

Fazit: niemand soll eine Software, in der er sich gut auskennt, gegen ein Alternativprodukt eintauschen; bei einer anstehenden Neuanschaffung kann man aber definitiv darüber nachdenken! Außer etwas Zeit kostet es ja nichts.

Eine kleine Zusammenfassung der beliebtesten kostenfreien Programme können Sie auf www.arcosys.de nachlesen.
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